Uke33 2016 – Kunst und Landskape

Kunstinitiative 09/21/2016

Malerei zum Thema „Spur“

Ich habe mich diese Woche mit dem Text „Spur und Aura“ von Walter Benjamin auseinandergesetzt:

„Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, sofern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.“ (Aus: W. Benjamin, „Das Passagen-Werk“)

Die Bilder entstanden auf der Hochebene, zur der der alte Fussweg führt, den Peter entdeckt und freigelegt hat. Die Spuren in der Landschaft, die weit in die Vergangenheit zurückweisen, kommen uns näher; jemand hat den Weg hinterlassen, den Raum gestaltet.

Die Leinwand lag am Boden. Mit Tusche suchte ich direkt auf ihr nach einer Komposition. Sie horizontal zu nehmen, was Landschaften eigentlich mehr entsprechen würde, schien hier unmöglich. Zu weit war die Landschaft im Vergleich zur Leinwand.

Bis in die Nacht hinein blieb ich auf der Hochebene und malte die beiden Bilder, das eine am Morgen, das andere am Abend. Es waren der Tag und die Nacht vor dem Vollmond. Während des nordischen Sonnenuntergangs erscheint der Mondaufgang im Gegenlicht der Sonne. Was mich sehr freute, war, dass beim Abendbild eine blaue Figur zum Vorschein kam.

Felix und Araksane habe das Nachtessen hochgetragen. Und zu meiner Überraschung kamen Axel, Ingrid, Anna, Frederike und Werner kurz vor dem Eindunkeln hoch und haben geholfen, alles runterzutragen. Den Malprozesse habe ich bis zur Vernissage im Atelier fortgesetzt.

 

„Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
dem Wege, den ich kaum begann, voran.
So faßt uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an —“
Rainer Maria Rilke