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Uke 33 – Spur und Aura

Thema „Spur“
Ich habe mich dieser Woche mit dem Text „Spur und Aura“ von Walter Benjamin auseinandergesetzt:

„Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, sofern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft.
In der Spur werden wir der Sache habhaft;
in der Aura bemächtigt sie sich unser.“
(Aus: W. Benjamin, „Das Passagen-Werk“)

„Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
dem Wege, den ich kaum begann, voran.
So faßt uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an —“
Rainer Maria Rilke

Die Bilder entstanden auf der Hochebene, zur der der alte Fussweg führt, den Peter entdeckt und freigelegt hat. Die Spuren in der Landschaft, die weit in die Vergangenheit zurückweisen, kommen uns näher; jemand hat den Weg hinterlassen, den Raum gestaltet.
Die Leinwand lag am Boden. Mit Tusche suchte ich direkt auf ihr nach einer Komposition. Die Leinwand horizontal zu nehmen als Landschaftsformat schien hier oben unmöglich. Der Himmel so gross und die Landschaft so unendlich weit und meine Leinwand so klein.
Bis in die Nacht hinein blieb ich auf der Hochebene und malte die beiden Bilder, das eine am Morgen, das andere am Abend. Es war der Tag vor dem Vollmond. Während des nordischen Sonnenuntergangs geht der Mond im Gegenlicht der Sonne auf.
Felix und Araksane habe für ein gutes Nachtessen gesorgt. Und zu meiner Überraschung kamen Axel, Ingrid, Anna, Frederike und Werner kurz vor dem Eindunkeln hoch und haben geholfen, alles runterzutragen. Den Malprozesse habe ich bis zur Vernissage im Atelier fortgesetzt. 2016/smb

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Das Augentier und der Wildrosensteg – Uke33, 2015

August 2015 – Uke33 Kunst og landskape

 

Øyedyret til Rosenhagenstien/ Das Augentier und der Wildrosensteg.
Notizen: Der Ort ist ein verwilderter Wildrosengarten und links davon ein Kreisrunder Grashügel umringt mit Vogelbeerbäumen. Einen Vogelbeerbaum haben wir gefällt, entästet und den Baumstamm in zwei Teile gesägt. Die Krone lege ich parallel zum unteren Stamm auf den Grashügel. Der untere Stamm lege ich in den Rosengarten hinein. Es entstanden zwei Bewegungen einen Aufsteigende- und eine Hineinführende Linie. Die Aufsteigende Gestik des Hügels und des Stammes nehme ich auf, um mit den Ästen etwas Steigendes zu binde. Während dem binden sehe ich auf einmal die vielen Augen. In alle Richtungen sehen sie, sie sind kaum zu bändigen. Das Augentier entsteht langsam!
Visavi im Rosengarten baue ich einen Steg der in den Rosengarten hineinführt. Durch das herausschneiden des toten Holzes wird der Rosengarten immer lichter und lichter. Das Augentier und die Dornigen Rundbögen des Rosengartens kommen einander näher.
Das Vorhaben kommt ganz am Schluss. Die Idee bleibt weg. Der Wille erwacht.

Aus der Johannesoffenbarung – Ein jegliches der vier Tiere hatte sechs Flügel und sie waren aussen herum und innwendig voll Augen und sprachen: heilig heilig heilig ist Gott der Herr der Allmächtige, der da war, der da ist und der da kommt.

 

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